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XXIII. Limes Congress 2015

Von 12. bis 20. September fand in Ingolstadt der 23. Limeskongress statt. Mehr als 400 Teilnehmer aus 30 L√§ndern und f√ľnf Kontinenten hatten den Weg an den raetischen Limes gefunden. An den vier Tagen mit Vortr√§gen wurden in vier parallelen Sessions mehr als 200 Fachbeitr√§ge zu 20 unter¬≠schiedlichen Themenkreisen vorgestellt. Es wurden nicht nur neueste Grabungsergebnisse aus Nordafrika, dem Nahen Osten, England und vom deutschen Limes vorgestellt. Soldaten und Religion, Verteidigungsstrategie, Baumaterialien, Ern√§hrung, Sex an den Grenzen des Imperiums, Signalwesen in der Armee oder die Untersuchungen von antiken M√ľllhalden waren ebenfalls Themen, die in zahlreichen Vortr√§gen diskutiert wurden. Auch die Museumsp√§dagogik kam nicht zu kurz: Wie pr√§sentiert man r√∂mische Kastellpl√§tze, die Grenze selbst und welche modernen Visualisierungsmethoden sind m√∂glich und sinnvoll?

W√§hrend des Kongresses wechselten sich Tage mit Vortr√§gen und Exkursionstage ab, nachdem schon am Samstag und Sonntag die Vorexkursion an den Donaulimes von Passau bis Ingolstadt gef√ľhrt hatte. Ausrichtende Institutionen waren die Deutsche Limeskommission und das Bayerische Landesamt f√ľr Denkmalpflege. Die parallelen Vortragssessions begannen am Montagnachmittag nach der Plenarsitzung zur Er√∂ffnung und dem Mittagessen in der Mensa der Hochschule.

Am Dienstag waren f√ľnf verschiedene Touren unter anderem nach Dambach, Burgsalach oder auch eine Wandertour geboten. Die Mittagspause in Ruffenhofen im Limeseum mit reichhaltigem Buffet brachte allen Teilnehmern auch Gelegenheit, den arch√§ologischen Park zu durchwandern. Weiter ging es nach Wei√üenburg, wo das Museum zwar wegen Umbaus geschlossen ist, dennoch konnten Therme und Kastellplatz Wei√üenburg besucht werden. Am Abend empfing die Stadt Wei√üenburg die Teilnehmer in der Karmeliterkirche.

Zwischen den Vortr√§gen und nat√ľrlich w√§hrend der Exkursionen war ausgiebig Zeit und Gelegenheit, neue Kontakte zu kn√ľpfen, √ľber den Stand der Forschung zu sprechen oder Detailfragen mit dem bestm√∂glichen Spezialisten daf√ľr zu er√∂rtern. Am Mittwochabend lud der Schirmherr des Kongresses, die Bayerische Staatsregierung, vertreten durch Staatssekret√§r Bernd Sibler, zum Kongressempfang in das Foyer des Stadttheaters Ingolstadt.

Am Donnerstag f√ľhrte die Exkursion zun√§chst nach Eining. Das Kastell ist 2008 mit mehr als 20 reichhaltigsten Infotafeln versehen worden. Mittagspause wurde nach einer kurzen Rundwanderung auf die Anh√∂he im Kloster Weltenburg gemacht. Die anschlie√üende Fahrt durch den Donaudurchbruch fand trotz anderslautender Vorhersage bei sch√∂nstem Wetter statt. Regensburg ist immer einen Besuch wert: Steinbr√ľcke, Dom, und nat√ľrlich r√∂mische Spuren. Am Abend lud die Stadt in die Minoritenkirche, in der das Stadtmuseum untergebracht ist, das f√ľr die Kongressteilnehmer nat√ľrlich ge√∂ffnet blieb. Aktuell ist dort eine Sonderausstellung mit Dioramen im Ma√üstab 1:72 zu sehen. Ein Marschlager, verschiedene Milit√§rszenen und eine komplette Legion aus Zinnfiguren in passende Landschaft gesetzt zeigen, was mit Zinnfiguren in Kombination mit Modellbautechnik alles dargestellt werden kann.

Am Freitagnachmittag konnten nach den Sessions das Ingolst√§dter Stadtmuseum, die Sonderausstellung Napoleon in Bayern oder das Medizinmuseum ‚Äď das reichhaltigste in Deutschland ‚Äď besucht werden und am Abend lud die Stadt Ingolstadt zum Empfang in die Saturn-Arena, die in Fu√üwegentfernung vom Tagungsort in der Technischen Hochschule Ingolstadt liegt.

Der Samstag bot bei zwei unterschiedlichen Touren Einblicke in aktuelle Grabungen am bayerischen Limes. Das Kastell Pf√ľnz war f√ľr die eine Tour der Rastplatz f√ľr die Mittagspause, nachdem die Grabung in Zandt (WP 15/15) besucht worden war. Die andere Tour besuchte unter anderem die Visualisierung in Pf√∂rring. Beide Touren trafen sich anschlie√üend zum Besuch des Museums in Manching.

Am Sonntag endete der Kongress nach einem langen Tag mit vier parallelen Sessions. Wer wollte, konnte noch eine Nachexkursion an den Rätischen und den Obergermanischen Limes mitmachen. Die nächste Gelegenheit, den Limes in unmittelbarere Begleitung der aktiven Archäologen und Denkmalpfleger zu besuchen, wird sich voraussichtlich 2018 in Serbien ergeben.

Kurzbericht von Limes-Cicerone Dr. Georg V. Zemanek

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