Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklÀren Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewÀhrleisten.

DarĂŒber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen ĂŒber das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Verband der Limes-Cicerones e.V.

2005 haben sich die Limes-Cicerones in Baden-WĂŒrttemberg im Verband der Limes-Cicerones e.V. zusammengeschlossen. 

Mitglieder können Personen werden, die die PrĂŒfung zum Limes-Cicerone mit Erfolg abgelegt haben. Vereine, VerbĂ€nde und sonstige Institutionen können eine Fördermitgliedschaft erwerben.

Zweck des Verbandes

Auszug aus der Satzung vom 26.1.2015

§ 2 Zweck des Vereins
a. Der Verein verfolgt ausschließlich gemeinnĂŒtzige Zwecke im Sinne des Abschnitts "SteuerbegĂŒnstigte Zwecke" der Abgabenordnung.
b. Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Förderung und Sicherung des Erhalts des Kulturdenkmals Limes sowie durch die Vermittlung von römischem Kulturgut durch Information, Veranstaltungen und Maßnahmen, die dem Satzungszweck dienen. Des weiteren fördert der Verein die Fortbildung und Qualifizierung der Mitglieder und vertritt die Interessen der Limes-Cicerones als GĂ€stefĂŒhrer.
c. Der Verein ist selbstlos tÀtig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
d. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohe VergĂŒnstigungen begĂŒnstigt werden.

Die Vorstandsmitglieder

In der Mitgliederversammlung zum Jahresende 2019 wurden die VorstandsÀmter neu gewÀhlt. Der Vorstand setzt sich nunmehr wie folgt zuisammen:
Torsten Palser, Erster Vorsitzender
Dr. Berthold Liebig, Stellvertretender Vorsitzender
Christel Bauer, Beisitzerin
Michaela Köhler, Beisitzerin
Johannes Röder, Beisitzer
Christian Schweizer, Beisitzer
Dr. Georg V. Zemanek, Beisitzer
Beratend unterstĂŒzt wird der Vorstand von Dagmar Benischke-Muhr als Vertreterin der hessischen Koleginnen und Kollegen sowie Andreas Schaaf mit Verbindung zum Numerus Brittonum NBL.

 

Weiterbildung 2017

VdLC-Expedition an die Donau

Vom 21. bis 23. April 2017 fand die große Exkursion der Limes-Cicerones statt. Diesmal ging es an den bayerischen Limes. Erste Station war Ehingen-Dambach, das fĂŒr den Fund von römischen HolzpfĂ€hlen berĂŒhmt wurde. Dank dieser Entdeckung ist es den ArchĂ€ologen möglich geworden, den Bau der raetischen Mauer auf's Jahr genau zu bestimmen. Im Winter 206/207 wurden die BĂ€ume gefĂ€llt, die man zum Bau eines Pfahlrostes verwendete, um darauf im sumpfigen Boden bei Dambach eine Mauer errichten zu können. Wenig bekannt ist dagegen, dass sich dort ein Kastell mit ausgesprochen großem Vicus befand. Der örtliche Limes-Cicerone Josef Engelhardt fĂŒhrte seine Kollegen durch das GelĂ€nde, heute weitgehend ein Heidelbeerwald. Höhepunkt war die Besichtigung des Amphitheaters, untrĂŒgliches Zeichen dafĂŒr, dass selbst an der Grenze des Römischen Reiches römische Lebensart praktiziert wurde.

Nach dem Mittagessen in der schönen Altstadt von Weißenburg und der BegrĂŒĂŸung durch OberbĂŒrgermeister JĂŒrgen Schröppel fĂŒhrte Simon Sulk, den Cicerones bereits von der Saalburg bekannt, durch das Römermuseum, das KastellgelĂ€nde und die Thermen.

Letzter römischer Besichtigungsplatz des ersten Tages war das KastellgelĂ€nde in Pförring, in dem die Ala I Flavia Singularium civium Romanorum pia fidelis, eine rund 500 Soldaten umfassende Reitereinheit, untergebracht war. Sie schĂŒtzte vom Beginn des 2. Jahrhunderts an fĂŒr mehr als 100 Jahre den nahegelegenen Übergang ĂŒber die Donau. GrĂ€berfunde im Bereich des Vicus und frĂŒhmittelalterliche Bauten auf dem KastellgelĂ€nde weisen auf die nachrömische Nutzung des GelĂ€ndes hin. Kollege Dr. Stefan Ernst wies in seiner FĂŒhrung auch auf die bedauerliche RaubgrĂ€ber-Historie des Ortes hin, die bis in die jĂŒngste Vergangenheit reicht.

Am Abend fand der fakultative Ausflug zum Hundertwasser-Turm der Brauerei Kuchlbauer in Abensberg statt. Zuerst geplant von Friedensreich Hundertwasser, wurde der Turm nach dem Tod von Hundertwasser anhand der PlÀne des Architekten Peter Pelikan errichtet. Heute zieht der Turm jÀhrlich rund 100.000 Besucher an.

Der zweite Tag begann mit einer BegrĂŒĂŸung durch die Tourismus-Managerin von Bad Gögging, Astrid Rundler. Sie wies auf den boomenden Wellness-Tourismus ihres Ortes hin, der seine Wurzeln bereits in römischer Zeit hat. Aufgrund der Schwefelquellen wurde dort unter Kaiser Marc Aurel ein Heilbad von mehr als 56 x 30 Metern GrĂ¶ĂŸe fĂŒr die Soldaten der Region errichtet. Beeindruckende Teile davon befinden sich im Inneren der romanischen St.-Andreas-Kirche, die daher zu einem Museum umgewidmet wurde. Unser wissenschaftlicher Begleiter Dr. Stephan Bender fĂŒhrte uns auch zu einer der Schwefelquellen, deren Wasser wir probieren konnten.

Als nĂ€chstes fuhren die Cicerones zum Kastell Eining, das durch seinen guten Erhaltungszustand auffĂ€llt. Dr. Markus Gschwind vom Bayerischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege erlĂ€uterte die sichtbaren Mauerreste und die Geschichte des Kastells Abusina vom Lager der 4. gallischen Kohorte bis zum StĂŒtzpunkt einer erheblich reduzierten Einheit in der SpĂ€tantike.

Nach dem Mittagessen im Kloster Weltenburg begaben sich die Cicerones auf das Schiff, um auf der Donau durch eine dramatische Felsenlandschaft nach Kelheim zu fahren. Dort informierte uns Dr. Bender auf dem Michelsberg ĂŒber die erstaunliche Ausdehnung des keltischen Oppidum Alkimoennis westlich von Kelheim. Neben den sichtbaren Resten verschiedener Befestigungen weist insbesondere ein rekonstruiertes Tor an der AltmĂŒhl auf diese frĂŒhe Siedlungsphase hin. Die Stadt ist heute durch die Befreiungshalle bekannt, ein Monumentalbau nach antiken Vorbildern, den König Ludwig I. von Bayern in Auftrag gegeben hatte. Von außen erinnert das Bauwerk an die Engelsburg in Rom, von innen an das Pantheon. Namen von Feldherren und Gefechten verherrlichen den deutschen Widerstand gegen die napoleonische Besatzung zwischen 1813 und 1815.

Zum Ende des Tages fĂŒhrte uns die Kollegin Dorothea Zöller zum Ende des Raetischen Limes an der Donau bei Hienheim. Ausgestattet mit Miltenberger KrĂ€uterlikör und „Mauersteinen“ zum Knabbern besichtigten wir auch die eigenwillige Turmrekonstruktion von Wp. 15/46.

Der letzte Tag war Regensburg gewidmet. Gelegen an den MĂŒndungen von Naab und Regen in die Donau, war Regensburg zunĂ€chst Standort einer Kohorte im Kastell KumpfmĂŒhl. Auf Anordnung von Kaiser Marc Aurel wurde dort im Zuge der Verteidigung der Donaugrenze wĂ€hrend der Markomannenkriege ein Legionslager fĂŒr die 3. italische Legion von 24,5 ha GrĂ¶ĂŸe eingerichtet. Nach Abzug des römischen MilitĂ€rs entwickelte sich dann etappenweise im Bereich des Legionslagers die Stadt Regensburg, wozu im frĂŒhen Mittelalter auch die Residenz des neuen Stammes der Bajuwaren gehörte. Im Stadtgebiet haben sich an mehreren Stellen Teile der gewaltigen Lagermauer erhalten, sogar Teile des Haupttores. Zahlreiche Funde können im Historischen Museum der Stadt besichtigt werden. Trotz des kĂŒhlen Wetters war die italienische AtmosphĂ€re der Stadt spĂŒrbar.

Der Verband der Limes-Cicerones bedankt sich herzlich bei Dr. Stephan Bender fĂŒr die umfangreichen fachlichen ErlĂ€uterungen sowie bei Carola Hubert fĂŒr die tatkrĂ€ftige Hilfe bei der Organisation dieser unvergesslichen Reise.

Workshop

Der Workshop Tourismus - Marketing - Vermittlung im Weygang-Museum Öhringen brachte viele unterschiedliche Akteure an der Welterbe-Linie zu einem Gedankenaustausch.

  • Tourismusgemeinschaft Hohenlohe e.V.
  • Römermuseum und Limespark Osterburken
  • Limesinformationszentrum Baden-WĂŒrttemberg
  • Deutscher Hotel- und Gastronomieverband Hohenlohe
  • Stadtmarketing Öhringen
  • neue Mitglieder des VdLC

 Die Teilnehmer sammelten ihre persönliche Vision, wie in 5 Jahren die Vermittlung am Limes aussehen könnte:

  • JEDER soll wissen: was ist der Limes
  • Hotels und GaststĂ€tten sind bestens ĂŒber das Welterbe informiert, können den GĂ€sten Auskunft geben
  • nur was ich kenne - kann ich schĂŒtzen
  • der Limes ist klar erkennbar (sichtbar)
  • schonender Tourismus / Schutz des Welterbes versus Event /  Rekonstruktionen: guter Mix ist gefunden zwischen dem belassenen Denkmal und der attraktiven Vermittlung des Welterbes
  • das UNESCO Welterbe wird vermittelt / die Ideale des UNESCO Welterbes werden vermittelt
  • der LImes ist hoch aktuell: das Image ist weder verstaubt, noch ein Kinder-Thema (Asterix), sondern setzt BezĂŒge zur Gegenwart im Dienst einer friedlichen Welt
  • die ideelle und reale WertschĂ€tzung fĂŒr das Denk-Mal ist spĂŒrbar
  • die Fachbereichsleiter der unterschiedlichen Schulen sind informiert und binden das Welterbe im Unterricht ein
  • am Limes wird das Zusammenleben praktiziert / die Menschen identifizieren sich mit dem Limes
  • alle FĂŒhrungen sind qualitativ hochwertig
  • Pakete sind angeboten und zu den bereits entwickelten erfolgreichen Themen ergĂ€nzt (Limes + Genuss / Landschaft genießen / MobilitĂ€tskonzepte / Burgen und Schlösser / Kultursommer)
  • Zielgruppen mit Sorglospaketen (Familien - Kids spielerisch einbinden - Eltern SPA und Erholung)
  • Talente entlang der Limes-Linie werden aus den einzelnen Abschnitten entwickelt z.B. Thema Wasser am 'Hohenloher Limes' (restauriertes Römerbad Jagsthausen - NymphĂ€um und Wasserleitung Ströller - Hanselmann Bad Öhringen.
  • Allgemeine Informationen in den Museen Aalen und Osterburken ('ich weiß alles ĂŒber den Limes') - die Besucher haben Lust die einzelnen Abschnitte zu besuchen
  • Ansprechpartner - Vermittler - UnterkĂŒnfte - Veranstalter: touristische Infrastruktur steht (Übernachtung / Information / Transport / rechtliche Forderungen z.B. Haftung) Besucher in der Region halten - fĂŒr eine Nacht - vernetzte Anbieter .....

Ganz konkrete Maßnahmen wurden vereinbart. Die Teilnehmer bekrĂ€ftigten: dieser Austausch soll weitergefĂŒhrt werden.

 

Weiterbildung 2016

Grabung RömerhĂŒgel Ludwigsburg

Der Widerspruch ist bereits im Name verborgen: der GroßgrabhĂŒgel ist vorrömisch. Vier Zeithorizonte konnten die Limes-Cicerones bei Ihrer Exkursion nach Ludwigsburg besichtigen.

  •  Die Ă€lteste Schicht zeigt eine jung neolithische Bestattung um 4.000 v. Christus.
  • Der am Rande des Grabungsfeldes befindliche GrabhĂŒgel wird in der aktuellen Grabung nicht untersucht, kann aber in die Zeit 500 v.Chr. datiert werden. Er hat einen Bezug zum System um Hohenasperg mit den Grabfunden die im Keltenmuseum Hochdorf aufbereitet sind.
  • Die in der aktuellen Grabung untersuchte Viereck-Schanze wird auf 200 v.Chr. datiert.
  • VerfĂŒllt ist die ehemalige Keltische Nutzung durch zahlreiche römische Scherben. Die Auswertung dieser Befunde wird noch einige Zeit brauchen.

Im Fokus des Interesses steht ein römischer Steinbrunnen. Bisher wurde kein römischer Brunnen innerhalb einer Viereck-Schanze untersucht. Im feuchten Milieu erhoffen sich die ArchĂ€ologen organisches Material, das Aufschluss ĂŒber die lĂ€ngst vergangene Zeit geben könnte.

Neueste Methoden der ArchÀologie

Am 21. Oktober fĂŒhrte eine Weiterbildung beim Landesamt fĂŒr Denkmalpflege (LAD) die Limes-Cicerones nach Esslingen am Neckar. Thematischer Schwerpunkt war dabei der Sensationsfund aus dem Jahr 2010, als man in einem Maisfeld in der NĂ€he der Heuneburg bei Herbertingen zum ersten Mal ein unberĂŒhrtes Grab einer Angehörigen des keltischen Adels fand. Neben den Grab-Beigaben aus Gold und Bernstein sind es vor allem die Gebeine der Bestatteten, die sich erhalten haben und seither das Interesse der ArchĂ€ologen und der interessierten Öffentlichkeit finden.

Im ersten Teil des Seminars wurden wir von Frau Dr. Ebinger-Rist in die Restaurations-Abteilung des LAD gefĂŒhrt. Sie zeigte uns die KĂ€ltekammer, in der bei minus 20 Grad die Artefakte auf ihre Behandlung warten. Dann kam das erste Highlight der Veranstaltung: Es wurde uns der auf Holzdielen liegende linke Arm der FĂŒrstin gezeigt, etwas, was man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Am Arm befinden sich Reste von ihrer Kleidung und ihres Schmucks, die die 2600 Jahre ĂŒberstanden haben. Außerdem konnten wir SchmuckstĂŒcke und einen Kamm der FĂŒrstin bewundern, sowie "Lorchi", die 2015 entdeckte Bronzefigur eines kleinen BĂ€ren aus dem Vicus des römischen Kastells in Lorch.

Im zweiten Teil zeigte uns Dr. Steffen neueste Methoden der digitalen Bilddokumentation archĂ€ologischer Funde. Wenn man frĂŒher Fotos archĂ€ologischer FundstĂ€tten von oben mittels einer Steigleiter der Feuerwehr machen mußte, bedient sich die ArchĂ€ologie heute Drohnen, die Bilder aus Höhen zwischen 15 und 100 Meter machen. Das Ergebnis kann sofort am Laptop kontrolliert werden. Mittels des "Structure from Motion"-Verfahren ist die 3-D-Darstellung aller Arten von Funden heute eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Auch die Laser-Scanning-Methode, den Limes-Cicerones durch die entsprechende Limes-Befliegung bereits bekannt, wird heutzutage an vielen Stellen eingesetzt, an denen sich historische StĂ€tten im Boden versteckt befinden. Mit Hilfe der "False color"-Methode, einer maximalen Erweiterung des Farbenspektrums, was zu sehr bunten Bildern fĂŒhrt, wird die Sichtbarkeit der gefundenen Strukturen deutlich verbessert.

Im letzten Teil der Weiterbildung stellte uns Professor Krause neueste Funde und daraus abgeleitete Hypothesen zur keltischen Besiedlung insbesondere im Umfeld der Heuneburg vor. Im sechsten Jahrhundert v.Chr. befand sich dort eine große Siedlung mit mehreren tausend Menschen, möglicherweise die bei Herodot erwĂ€hnte Stadt Pyrene. Dann wĂ€re die Heuneburg die Ă€lteste literarisch erwĂ€hnte Siedlung nördlich der Alpen. UnĂŒbersehbar sind mediterrane EinflĂŒsse beim Bau der Befestigungsmauer (luftgetrocknete Lehmziegel!) und beim Schmuck und den Töpferwaren. Unzweifelhaft fĂŒhlte man sich am Oberlauf der Donau der mediterranen Kultur verbunden und ahmte teilweise den dortigen Lebensstil nach. Ob hierzu auch ein Hippodrom auf der neun Kilometer entfernten "Alten Burg" gehörte, ist vorlĂ€ufig noch eine Hypothese. Sicher ist, daß man dort einen Berg so abgegraben hat, daß sich eine 500 Meter lange und 80 Meter breite FreiflĂ€che ergeben hat. Man darf gespannt sein, in welche Interpretationsrichtung zukĂŒnftige Forschungsergebnisse zur "Alten Burg" deuten werden.

Exkursion Römisches Hinterland um Pforzheim

Am Samstag, den 3. September war nicht nur Museumstag, sondern fĂŒr einige Limes-Cicerones auch Besuchstag in Remchingen und Umgebung. Jeff Klotz, Leiter des dortigen Römermuseums, hatte zu einer Rundreise zu drei römischen Gutshöfen sowie dem Besuch des neueröffneten Museums eingeladen.

Die Rundreise begann mit dem Gutshof in Durlach der unmittelbar neben der Gewerbeschule liegt, die wegen des Fundes um 50 m versetzt erbaut wurde. Anfangs wurde die Anlage neben der Schule im Unterricht oft genutzt, inzwischen ist aber das Interesse eingeschlafen, und so verwaist die Anlage ungenutzt vor sich hin.

Die nĂ€chste Station war der Gutshof Hagenschieß. Er heißt auch villa rustica Kanzlerwald und liegt idyllisch im Wald an einem Abhang und stellt geradezu den Prototyp eines Gutshofes dar, an dem sich nicht nur der idealtypische Aufbau einer solchen Anlage studieren lĂ€sst, sondern auch verschiedene Baustufen aufgezeigt werden können. Der Innenausbau enthĂ€lt neben einem WohngebĂ€ude, das in der sonnigsten Ecke lag, auch noch ein VorratsgebĂ€ude und ein Bad, in dem sich bei der Ausgrabung die Spuren spĂ€terer alemannischer Nutzung als Wohnhaus nachweisen ließen.

Foto: Georg Zemanek

Der Gutshof Enzberg liegt gut sichtbar am Ausgang des Ortes eingefasst von modernen Straßen. Dennoch ist die Hanglage gut zu erkennen. Die wĂ€hrend der Ausgrabung aufgefundenen Frauenkopfskulpturen befinden sich im Heimatmuseum MĂŒhlacker. Einer der RĂ€ume der Villa diente sehr wahrscheinlich der Wein- oder Mostproduktion.

Zum Abschluß der Tour erlĂ€uterte Jeff Klotz noch den Stand der Ausgrabungen am Parkplatz vor dem Pforzheimer Rathaus. Nach der gut vierstĂŒndigen Rundreise wurden die Cicerones auch noch im neueröffneten Römermuseum Remchingen mit Maultaschen bewirtet und es folgte eine FĂŒhrung durch den neu gestalteten Ausstellungsteil: Religion im Wandel. Die Limes-Cicerones bedanken sich hiermit sehr herzlich fĂŒr die kurzlebige und intensive Betreuung durch Jeff Klotz und sein ehrenamtliches Museumsteam!

Jahresexkursion nach Rheinland-Pfalz

Die dreitĂ€gige Jahresexkursion 2016 fĂŒhrte die Limes-Cicerones an die Saalburg und an markante Punkte am Limes in Rheinland-Pfalz.

Tag 1

Erste Aufgabe jeder Exkursion ist das Aufsammeln der Teilnehmer, was diesmal in Murrhardt begann und nach Stationen in Mainhardt, Öhringen und Bad Rappenau schließlich auf der Saalburg endete, wo die hessischen Teilnehmer dazukamen. Die Saalburg war auch die erste Station, an der uns Simon Sulk von der Deutschen Limeskommission begrĂŒĂŸte. Besichtigungspunkte waren anschließend das neu restaurierte MithrĂŠum und die JupitersĂ€ule, deren Jupiterstatue nun in neuem Goldglanz erstrahlt. Neu fĂŒr die meisten Teilnehmer waren die UmzĂ€unung des SaalburggelĂ€ndes, die den archĂ€ologischen Park nun umschließt, und das KassahĂ€uschen, in dem neben dem Museumsshop auch das hessische Limes-Informationszentrum untergebracht ist.

 

Bild Saalburg 1: Simon Sulk erlÀutert den Innenhof und das Wasserbecken.

Weiter ging es im PrĂŠtorium, im Fahnenheiligtum und im Triclinium eines Centurios. In der GeschĂ€ftsstelle der Deutschen Limeskommission, die in einem NebengebĂ€ude außerhalb des Saalburgkastells untergebracht ist, begrĂŒĂŸte die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Deutschen Limeskommission, Frau Dr. Suzana MateĆĄić, die Limes-Cicerones. GesprĂ€chsthemen waren unter anderem die Erweiterung des Welterbes um die Fluss-Limites: Am Rhein kommt NRW und die Strecke in Holland mit Nijmegen als bedeutendem archĂ€ologischem Zentrum dazu, an der Donau kommen der Flusslimes in Bayern und die Strecke in Österreich bis Hainburg bzw. Preßburg dazu. Das neueste Heft (2015/2) der Limeskommission, das zuvor schon im Bus verteilt worden war, enthĂ€lt diesbezĂŒgliche Artikel. Ein ĂŒppiges Mittagessen in der Taberna und ein Gruppenbild vor dem Eingang zur Saalburg rundeten diesen Besuch ab.

 

Bild Saalburg 2: Cicerones vor dem Haupttor.

Nach der Ankunft in Vallendar war nur kurz Zeit, um sich weiter zum „Festungsleuchten“ zu begeben. In den Wintermonaten findet in den Festungsmauern ein stimmungsvolles Beleuchtungsspektakel statt, in dem auch die Geschichte der Festung Ehrenbreitstein ein wenig spektakulĂ€r mit den Festungsmauern als Projektionsleinwand cineastisch in Szene gesetzt wird. StĂ€rkung und vor allem ErwĂ€rmung am WĂŒrstelstand oder im kleinen Festungsrestaurant waren weitere Höhepunkte des Abends, denn es war empfindlich frisch. Mit der Seilbahn quer ĂŒber den Rhein ging es danach zurĂŒck ans Deutsche Eck und mit dem Bus zur verdienten Nachtruhe zurĂŒck ins Hotel – natĂŒrlich nicht ohne Absacker-Drink in der Hotelbar.

Tag 2

Der zweite Tag der Exkursion begann mit dem Besuch der archĂ€ologischen Abteilung des Landesmuseums Koblenz in den architektonisch reizvollen RĂ€umen der Contregarde. Dr. Stephan Bender beleuchtete in seiner kurzen FĂŒhrung einige wesentliche Highlights der ausgestellten FundstĂŒcke, fĂŒr alle Details reichte – wie ĂŒblich – die Zeit natĂŒrlich nicht, denn das Museum bietet trotz der modernen PrĂ€sentation eine FĂŒlle an FundstĂŒcken zur Geschichte von der FrĂŒhzeit bis in die Neuzeit. Beispielhaft seien erwĂ€hnt die feinen Emailverzierungen eines Tintenfasses, die reich verzierte metallene GĂŒrtelschnalle daneben, oder auch so banale Dinge wie ein KĂŒchensieb in hervorragendem Erhaltungszustand. PrunkstĂŒck der Ausstellung ist jedoch der Drachenkopf, wohl ein Kampfzeichen, das vielleicht in der Schlacht zum Signalisieren benutzt wurde und vielleicht auch dem Gegner Furcht einjagen sollte.

Der nĂ€chste Programmpunkt war der Besuch der Römerwelt am Caput Limitis, wo uns MuseumspĂ€dagogin Claudia Hippler-Born begrĂŒĂŸte und durch das Museum und das GelĂ€nde der RömerWelt fĂŒhrte. Ob nun Rheinbrohl der Anfang oder das Ende des Limes ist, sei dahingestellt. Das Museum hat zwar nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige FundstĂŒcke in den Vitrinen, dafĂŒr aber eine enorme FĂŒlle an greifbaren museumspĂ€dagogischen Materialien zum Mitmachen, nicht nur fĂŒr Kinder. Das AußengelĂ€nde enthĂ€lt weitere Mitmachstationen fĂŒr kleine Steinmetze, aber auch eine große Ramme, wie sie fĂŒr den Bau von BrĂŒckenpfeilern in einem Fluss eingesetzt wurde. Im nachempfundenen KastellgebĂ€ude kam das ausgezeichnete Catering voll zur Geltung. Die Speisen kamen zwar sicher nicht vom kleinen Herd im nachgebauten Contubernium, aber wir haben trotzdem nachgeschaut, was dort im Topf war
.

 

Bild Rheinbrohl 1: Was war wohl bei den Römern im Topf?

Weiter ging es zum WP 1/1, dem ersten Turm vom Rhein aus gesehen. Dieser bot Gelegenheit zum Gruppenfoto, wenn auch die Bauweise heutigen wissenschaftlichen Anforderungen nicht mehr genĂŒgt.

 

Bild Rheinbrohl 2: Die Exkursionsteilnehmer am WP 1/1.

Der Anfang des Limes liegt genau gegenĂŒber der EinmĂŒndung des Vinxt-Bachs in den Rhein. Der Bach bildete auf der linksrheinischen Seite die Grenze zwischen den Provinzen Ober- und Untergermanien. NĂ€chster Halt war beim WP 1/40. Eine kurze Wanderung entlang des sehr gut erhaltenen Pfahlgrabens, der hier Heidegraben heißt, fĂŒhrte uns im Wald an den gut versteckten Turmplatz, einem der wenigen SechsecktĂŒrme am Limes.

 

Bild Anhausen: Dr. Stephan Bender erlÀutert den Limesverlauf.

Der anschließende Besuch des Kleinkastells Anhausen fĂŒhrte uns auch an den nördlichsten Punkt, den der Limes um das Neuwieder Becken herum erreicht. Deutlich sichtbar waren dort auch die MarkierungspfĂ€hle, welche die noch nicht ergrabenen FlĂ€chen im Wald vor dem Befahren durch massive Waldmaschinen schĂŒtzen sollen.

Weiter ging die Fahrt an den markantesten Turmplatz mit rekonstruiertem Wachtturm. Nahe dem Kastell Arzbach steht der Stefansturm weithin sichtbar auf einem Bergkegel, dem Großen Kopf. Die Turmstelle ist 180 m von der Limeslinie entfernt. Offenbar war den Römern die Sichtverbindung zum Kastell wichtiger als die NĂ€he zu den Sperranlagen. Nachdem der Bus uns auf die halbe Höhe gebracht hatte, war noch ein Anstieg von knapp 15 Minuten zu bewĂ€ltigen, fĂŒr den wir dann aber mit einem großartigen Rundblick belohnt wurden.

 

Bild Stefansturm 1: Cicerones am exponiertesten Turm des Limes.

Bild Stefansturm 2: Erschöpft vom steilen Anstieg auf den Großen Kopf.

Auch diese Turmrekonstruktion besticht mehr durch den markanten Platz als durch originalgetreue Nachbildung: Die Originalfundamente sind mit 6 mal 8 Metern deutlich grĂ¶ĂŸer als die Rekonstruktion, die auch noch die umstrittene Blockbauweise aufweist. Aber man hat einen weithin sichtbaren Publikumsmagneten. Die Heimfahrt ĂŒber Bad Ems, wo ĂŒbrigens die Ă€lteste Wachtturmrekonstruktion des Limes unter Kaiser Wilhelm I. ĂŒber dem Lahntal errichtet wurde, beendete diesen langen Tag, den die meisten mit einem Abendessen im Hotelrestaurant ausklingen ließen.

Tag 3

Der dritte Tag begann mit dem Besuch des Nachbaus von WP 1/68 nahe dem Kleinkastell Hillscheid. Der Turm wird von Rheinland-PfĂ€lzer Cicerones betrieben und enthĂ€lt im Inneren eine FĂŒlle an Informationstafeln zum Thema „Von Rom zum Rhein“, wie uns Winfried Schlotter vom Förderverein erklĂ€rte. Der Turm mag ĂŒberproportional hoch sein, aber das ist der Absicht geschuldet, die umliegenden GebĂ€ude zu ĂŒberragen. Leider ist auf einer Seite inzwischen ein IndustriegebĂ€ude hochgezogen worden, und es kann nur gehofft werden, dass das nicht auch noch auf der anderen Seite passiert.

 

Bild Hillscheid: Der wohl bekannteste Turm am Limes.

Limes-Cicerone Manfred Knobloch erlĂ€uterte den Turm und die Informationstafeln. Beim Turm ist ein liebevoll gestalteter Nutzgarten (hortus rusticus) angelegt, in dem neben Pflanzen, StrĂ€uchern und BĂ€umen, die die Römer zu uns gebracht haben, auch ein Bienenhaus zu sehen ist. Besonders sehenswert ist der geflochtene Weidenzaun, der den Garten abgrenzt. Die BĂ€ume sind naturgemĂ€ĂŸ nicht so groß, wie wir das von den modernen Sorten gewöhnt sind. Der KrĂ€utergarten mutet fast barock an, enthĂ€lt aber die typisch römischen KrĂ€uter. Ein römisches Veranstaltungshaus rundet das Ensemble ab. Das nahe gelegene Kastell Hillscheid gehört zu jenen Kastellen, an denen schon in der SpĂ€tzeit des ORL, also im 3. Jhdt., eine Reduktion und ein RĂŒckbau der Anlage nachzuweisen sind.

Höhepunkt des dritten Tages war dann der Besuch des Kleinkastells Pohl. Allerdings war nicht der Originalplatz unser Ziel, sondern der Nachbau, der aber in den Maßen des Originalbefundes als Holzkastell mit Bemalung der HolzflĂ€chen ausgefĂŒhrt ist. Da aber in unserer Zeit keine ganze Centurie an römischen Soldaten zur BeschĂ€ftigung mit den nötigen Erhaltungsarbeiten zur VerfĂŒgung steht, muss der Förderkreis Limeskastell Pohl e.V. bei allem BemĂŒhen um AuthentizitĂ€t doch zahlreiche Kompromisse eingehen. Das beginnt bei der BrĂŒcke zum Limesturm und setzt sich fort bis zur Betonmauer anstelle des Erdwalls der Umwehrung. Immerhin verdecken die Rasensoden den Beton, wenn auch das Gras immer wieder abrutscht.

Bild Pohl v.l.n.r.: Arno PĂŒnger, Prof. Thomas Steffen, Torsten Pasler.

Nach der BegrĂŒĂŸung durch den OrtsbĂŒrgermeister Prof. Thomas Steffen wurden wir in zwei Gruppen von den rheinland-pfĂ€lzischen Cicerones Arno PĂŒnger und Otto HolzhĂ€user durch die Anlage gefĂŒhrt. Thema waren nicht nur die lokale Situation und die antiken FundstĂŒcke, sondern in besonderem Maße auch die Vermittlungsarbeit vor Ort. Wo es geht, wird möglichst römisch gearbeitet, z.B. beim Betrieb des Kuppelbackofens oder bei Aktionen der MuseumspĂ€dagogik, die auch hier wieder viel zum Mitmachen und Anfassen bereithĂ€lt. BogenschĂŒtzen mussten damals wie heute an beweglichen Zielen ĂŒben – der Feind bleibt schließlich nirgends zum Abschuss stehen. Beeindruckend war zum Schluss auch noch, wie das kleine Kastell und die Rheinland-PfĂ€lzer Cicerones uns GĂ€ste aus Baden-WĂŒrttemberg zum Mittagstisch bewirteten: Ein BĂŒrgermeister und eine Museumsmannschaft zu unseren Diensten, das verdient besondere ErwĂ€hnung und besonderen Dank! Insgesamt hinterließ das Kleinkastell Pohl einen starken und lebendigen Eindruck vom Betrieb und von den Dimensionen eines Standortes, an dem in römischer Zeit die ca. 80 Mann einer Centurie den Wacht- und Schutzdienst am Rande des Imperiums erfĂŒllten.

An dieser Stelle verließen uns die hessischen Kollegen und der Bus fuhr mit der verbliebenen Gruppe die Einstiegsstellen in umgekehrter Reihenfolge an, um zuletzt in Murrhardt auch die letzten wohlbehalten auszuladen. Dank auch an den Busfahrer, der die teils sehr engen StraßenverhĂ€ltnisse souverĂ€n meisterte.

Letztendlich gilt der Dank fĂŒr die gelungene Exkursion den Organisatoren im Limes-Informationszentrum und im Vorstand des VdLC.

Nachbarn im selben Bundesland: Weiterbildung in Baden

Eine Anreise bis zu 320km von Breitenbronn im Kreis Neumarkt-Regensburg nahmen die Limes-Cicerones auf sich, um an der interessanten Weiterbildung in Remchingen und Pforzheim teilzunehmen. Der Museumsleiter des Römermuseum Remchingen und wissenschaftlicher Mitarbeiter im ArchĂ€ologischen Museum Pforzheim, Jeff Klotz, fĂŒhrte die mit Privat-PKW organisierte Gruppe der Limes-Cicerones zu drei Vermittlungspunkten im heutigen badischen Limeshinterland.

Im RMR Remchingen wies Klotz auf die starke Stadt-Land-Verbindung im römischen Reich hin. Das rein bĂŒrgerlich organisiserte Museum in Remchingen, in dem sich 70 Ehrenamtliche nur fĂŒr eine versicherungsrechtliche Absicherung engagieren, steht wie viele der kleinen Museen vor der Zukunftsfrage. Wie kann es gelingen, die Kulturvermittlung in den Zeiten der knappen Kassen der öffentlichen Hand weiter zu garantieren? "Die BĂŒrger zahlen Steuern, damit wir diese Arbeit machen. Sie wollen das Wissen so vermittelt bekommen, dass sie es anspricht!" spricht Klotz seine Überzeugung fĂŒr die kĂŒnftige kulturelle Wissensvermittlung aus. Die Stadt Pforzheim legt beispielsweise großen Wert darauf, die BezĂŒge zur Migration bei den archĂ€ologischen Funden anzusprechen und damit auch die SchĂŒler anzusprechen, die selbst Migrationshintergrund haben (80% der SchĂŒler Pforzheims).

"Sie erinnern sich gut an die Generation ihrer Eltern (100% Wissen der VorgĂ€ngergeneration) , 30% des Wissens Ihrer Großeltern ist Ihnen bekannt. Je weniger Erinnerung da ist, desto mehr Mythen entstehen. Der Rest ist Hypothese?"

Der Leugenstein, das Verkehrswegenetz, die aus klassischer ArchĂ€ologie Perspektive erlĂ€uterten Fundsteine mit dem Bezug zu den Religionen, die Planung einer neuen Museumskonzeption - eine FĂŒlle an Informationen aus dem Römermuseum Remchingen vermittelte Jeff Klotz an die interessierten Zuhörer. Viele Limes-Cicerones sind in Museen engagiert und waren dankbar ĂŒber die Blicke hinter die Kulissen.

Im ArchĂ€ologischen Museum Pforzheim erweiterten die am Welterbe tĂ€tigen FĂŒhrer ihren Blick: Portus - zwischen Rhein und Limes. "Die SchĂŒler kennen immer weniger geografisches Wissen. Ost und West, oder die Frage:'wo liegt Stuttgart' kann aus der Gruppe nicht mehr beantwortet werden. Rhein und Limes sind Begriffe, mit denen ich sie mitnehmen kann."

Die allgemeinen Informationen ĂŒber die Stadtgeschichte Pforzheims, die faszinierenden ausgestellten FundstĂŒcke, das Modell der Villa Rustica und die 2.400 mÂČ große FlĂ€che des archĂ€ologischen Museums besprach Klotz intensiv mit den Limes-Cicerones.

Den ĂŒberraschenden Abschluss der Weiterbildung erlebten die 26 LimesfĂŒhrer im Gasometer Pforzheim im 360Grad Panorama Rom 312. Einen Tag und eine Nacht in Rom. Von der Stadt zum Weltreich spannte Jeff Klotz den Bogen in dem optischen bunten Darstellungsbild der vergangenen Kultur. Eine perfekte Zusammenfassung des gut gefĂŒllten, ansprechenden und hervorragend abgestimmten Weiterbildungstages erlebten die Limes-Cicerones beim Sonnenuntergang ĂŒber dem Römischen Stadtbild

Weiterbildung 2015

Kollegen in Bayern

JĂ€hrlich sechs Lehreinheiten Weiterbildung sind von jedem Limes-Cicerone bei der Deutschen Limeskommission nachzuweisen, damit die QualitĂ€t der Vermittlung gewĂ€hrleistet bleibt. Der Verband der GĂ€stefĂŒhrer am Limes (VcLC) organisiserte einen spannenden Nachmittag in Ruffenhofen. Siebenundzwanzig GĂ€stefĂŒhrer der BundeslĂ€nder Hessen, Baden-WĂŒrttemberg und Bayern nutzten die Möglichkeit, die lĂ€ngst vergangene Grenzlinie, die Zivilsiedlung und das Kastell mit dem Limeseum zu besuchen. Dr. Pausch fĂŒhrte die Gruppe durch die Ausstellung und eröffnete manchen Einblick hinter die Kulissen. Insbesondere die sich verĂ€ndernden wissenschaftlichen Standpunkte und kontrovers diskutierte Details waren fĂŒr die im alltĂ€glichen VermittlungsgeschĂ€ft hĂ€ufig als Botschafter der ArchĂ€ologen tĂ€tigen GĂ€stefĂŒhrer eine wichtige Informationsquelle. "Je mehr wir uns mit einem Fund beschĂ€ftigen, sehen wir diesen Fund als SpezialitĂ€t an. Je mehr wir nach dieser SpezialitĂ€t suchen, desto normaler wird dieser Fund." beschrieb Dr. Pausch seinen Eindruck mit dieser Herausforderung umzugehen. Dr. Pausch verwies auf die Schwierigkeiten in der Modellgestaltung und der Visualisierung der Metaphern in der Vermittlungsarbeit im Limeseum am Beispiel des GelĂ€ndermodells der römischen Situation in Ruffenhofen. Die zeitliche Dimension in der Vermittlungsarbeit einzubeziehen kann dieses Dilemma entschĂ€rfen. "Heute hat Ruffenhofen noch 60 Bewohner", half er den Zuhörern den Blick aus dem Museum in die Jetzt-Zeit zu lenken.

FĂŒhrungskompetenz erweitern

Nach Miltenberg luden die Limes-Cicerones ihre Mitglieder zu einer Weiterbildung ein mit der Überschrift "Wie fĂŒhre ich?". Bereits auf der Anfahrt zeigte sich den interessierten GĂ€stefĂŒhrern die exponierte Lage der bayrischen Stadt am linken Knie des Mainvierecks zwischen Spessart und Odenwald.

Fundiertes historisches Wissen allein macht noch keinen guten GĂ€stefĂŒhrer. Der Aspekt, wie man dieses Wissen nach außen transportiert, hat in der Praxis einen ebenso hohen Stellenwert. Diese Frage gingen die Teilnehmer mit ihrer Kollegin Dorothea Zöller nach. Vorort fĂŒhrte uns die StadtfĂŒhrerin zu den Römerfunden des Stadtmuseums, sowie zu dem im Altersheim St. Martin integrierten Brennofen und gab uns ihren großen Erfahrungsschatz in der lebendigen, kurzweiligen und exakt zweistĂŒndigen FĂŒhrung weiter.

Exkursion Zentralarchiv Rastatt

Gesammelte Vergangenheit besuchten Mitglieder des Verbands der Limes-Cicerones im FrĂŒhjahr 2013 in Rastatt. Die ExpertenfĂŒhrung von Dr. Martin Kemkes brachte den GĂ€stefĂŒhrern wertvolle Antworten auf die Fragen der Limesbesucher direkt am Welterbe. Hinweise fĂŒr den korrekten Umgang mit den Anforderungen des Denkmalschutz Gesetzes Baden-WĂŒrttemberg oder Fragen nach den Aufbewahrungsorten von gefundenen GegenstĂ€nden treten in den FĂŒhrungen immer wieder auf. Auch der Hinweis darauf, wie Anfragen fĂŒr eine schnelle Bearbeitung formuliert werden können, war sehr hilfreich. Vielen Dank fĂŒr das Vertrauen, dass wir diesen Einblick erhalten durften.

Ein Traum von Rom

Das römische Stadtleben in SĂŒdwestdeutschland wird in einer Ausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pflaz, Direktion Landesmuseum Trier undd es Landesmuseums WĂŒrttemberg, Stuttgart bis zum 12.04.2015 gezeigt. Zu einer FĂŒhrung mit Frau Dr. Petra Neumann trafen sich Limes-Cicerones sich am Samstag, den 22.11.14 in Stuttgart im Alten Schloß. Die Ausstellung ist wirklich sehenswert  und eine Empfehlung fĂŒr alle, die sie noch nicht gesehen haben. Auch das Wiedersehen mit den Kollegen hat so richtig gut getan!

 

Limes Cicerones Weiterbildung

Rund um Osterburken fĂŒhrte die Wanderung, die Dr. Jörg Scheuerbrandt fĂŒr die Limes-Cicerones anbot. Von Wachtposten 8/43 bei der Autobahn A 81 bis nach Osterburken ins Annexkastell marschierte die muntere Truppe. Der neue rekonstruierte Wachtturm "zum Försterlein" sowie die Planungen in der guten Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft wurden erlĂ€utert.

Historie

Bis 2010 lenkte Dr. Manfred BaumgĂ€rtner als Vorsitzender mit großem Geschick den Verband. Herzlichen Dank fĂŒr seine Aufbauarbeit.

Bis 2013 leitete Gerhard Vaas die Geschicke des Vereins.

Danke an zahlreiche, genannte und ungenannte Vereinsmitglieder, die als FunktionstrĂ€ger die Verbandsentwicklung gestaltet haben. Durch die ehrenamtliche, persönliche UnterstĂŒtzung ist unser Verband zu seinem guten Namen gekommen.

Der Vorstand

1. Vorsitzender
Torsten Pasler
2. Vorsitzender
Berthold Liebig
Beisitzer
Christel Bauer
Michaela Köhler
Johannes Röder
Christian Schweizer
Dr. Georg Zemanek

Beratende Mitglieder
Dagmar Benischke-Muhr, Hessen
Andreas Schaaf, Numerus Brittonum

 

Ausgezeichnet mit dem

ArchĂ€ologie-Preis 2008 Baden-WĂŒrttemberg

Verband der Limes-Cicerones e.V.
GeschĂ€ftsstelle: Hauptstraße 3 · 74535 Mainhardt
Tel.: ++49 (07903 940256 · info@limes-cicerones.de · www.limes-cicerones.de

Link zu dieser Seite: http://www.limes-cicerones.de/http://www.limes-cicerones.de/index.php?id=734